AufnahmsgebÀude der Kaiserin-Elisabeth-Westbahn zu Salzburg

  • Entstehungszeitraum: 1860
  • Entstehungsort: Salzburg
  • Objektart: Ansicht
  • Autor/KĂŒnstler: Peter Herwegen nach Georg Pezolt
  • Artikel-Autor: Thomas Weidenholzer
  • Material/Technik: Steinstich
  • GrĂ¶ĂŸe: 28x39 cm
  • Standort/Signatur: Stadtarchiv Salzburg, Neuere StĂ€dtische Akten 171 b
  • Physisch benutzbar: ja
  • Literatur:

    Ronald Gobiet (Hg.), Der neue Salzburger Hauptbahnhof. Stationen seiner Geschichte von 1860 bis 2014 (Salzburger BeitrÀge zur Kunst und Denkmalpflege 6), Salzburg 2012.
    Gerhard Plasser, Der Hauptbahnhof in: Historischer Atlas der Stadt Salzburg (Schriftenreihe des Archivs der Stadt Salzburg 11) Salzburg 1999, Bl. II/6.
    Peter F. Kramml, Sabine Veits-Falk u. Thomas Weidenholzer, Stadt Salzburg. Geschichte in Bildern und Dokumenten (Schriftenreihe des Archivs der Stadt Salzburg 16), Salzburg 2002.

image_pdfimage_print

Die Eröffnung der Eisenbahnlinien nach Wien und nach MĂŒnchen band Salzburg an das europĂ€ische Eisenbahnnetz an. In Folge der Inbetriebnahme des Salzburger Bahnhofes begann auch in der Stadt Salzburg eine Phase prosperierender Wirtschaft.

Die Eröffnung des Salzburger Bahnhofes und der Eisenbahnlinien nach Wien und MĂŒnchen 1860 begrĂŒĂŸten die Salzburger enthusiastisch. Man setzte auf die Einbindung Salzburgs in das internationale Eisenbahnnetz große Hoffnungen. Die Eisenbahn stand fĂŒr Fortschritt, Belebung des Wirtschaftslebens und Aufbruch in eine neue Zeit.

Der Bahnhof und seine großflĂ€chigen Anlagen mĂŒssen einen ungeheuren Eindruck auf die Zeitgenossen gemacht haben. Die Eisenbahn benötigte beinahe soviel FlĂ€che wie die bestehende alte Stadt.

Die Aufhebung des Befestigungscharakters der Stadt Salzburg (1859) ermöglichte in Folge die Schleifung der BefestigungswÀlle und die Erweiterung der Stadt in ihr bisheriges Umfeld. Mit den Befestigungen fiel ein besonders deutlich sichtbares Symbol feudaler Herrschaft.

Nun sollte auch die alte Stadt mit ihren engen und winkeligen Gassen dem Verkehr, dem Pulsschlag der neuen Zeit, geöffnet werden. Das Lederer-, das Mirabell- und das Michaelstor waren die ersten Stadttore, die den Erfordernissen des Verkehrs zum Opfer fielen. Die Demolierung des Klausentores und der Monikapforte verhinderte BĂŒrgerwiderstand. Der Konflikt zwischen „Modernisieren“ und „DenkmalschĂŒtzern“ wurde zur Konstante der Salzburger Kommunalpolitik bis ins 20. Jahrhundert.

Zeitgleich mit der Eröffnung der Eisenbahnlinie setzte auf Reichsebene ein Liberalisierungsprozess ein, an dessen Ende das Staatsgrundgesetz (1867) mit seinen garantierten bĂŒrgerlichen Freiheitsrechten stand.

Dies leitete auch auf kommunaler Ebene eine Phase des Aufbruchs ein. Bereits 1850 war eine elektromagnetische Telegraphenleitung zwischen Wien und Salzburg in Betrieb genommen und 1855 in Lehen das Gaswerk errichtet worden. 1859 wurde die Gasbeleuchtung eingefĂŒhrt. Die Kanalisierung wurde in Angriff genommen, die Salzach reguliert. 1873 eröffnete das stĂ€dtische SchulgebĂ€ude am Griesplatz, 1874 das stĂ€dtische Schlachthaus und seit 1875 versorgt die FĂŒrstenbrunner Wasserleitung die Stadt mit reinem Quellwasser.