Mappe ĂŒber die Brunnen und Canal-Leitungen zu und in der Stadt Salzburg

  • Entstehungszeitraum: 1815/16
  • Entstehungsort: Salzburg
  • Objektart: Plan
  • Autor/KĂŒnstler: Ludwig Grenier
  • Artikel-Autor: Thomas Weidenholzer
  • Material/Technik: Tusche, Aquarell
  • GrĂ¶ĂŸe: 58x 88 cm, insgesamt 10 BlĂ€tter unterschiedlicher GrĂ¶ĂŸe
  • Standort/Signatur: Stadtarchiv Salzburg, Plansammlung 1.717
  • Physisch benutzbar: ja
  • Literatur:

    Friedrich Besl, Brunnen und Wasserleitungen, in: Historischer Atlas der Stadt Salzburg (Schriftenreihe des Archivs der Stadt Salzburg 11) Salzburg 1999, Bl. IV/6.
    Romana Ebner u. Herbert Weigl, Das Salzburger Wasser. Geschichte der Wasserversorgung der Stadt Salzburg (Schriftenreihe des Archivs der Stadt Salzburg 39), Salzburg 2014.

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Der 1816 fertig gestellte Plan erfasst auf insgesamt zehn BlĂ€ttern das gesamte Wasserversorgungssystem der Stadt Salzburg mit allen QuellfĂ€ngen, Leitungen und HausanschlĂŒssen. Auch das gesamte System des Almkanals mit seinen StrĂ€ngen und allen Werken und HĂ€mmern, die entlang seines Laufes angesiedelt waren, ist planlich dargestellt.

Als Salzburg 1810 Teil des Königreichs Bayern wurde, prĂ€sentierten sich nach den Kriegswirren und der vielfachen militĂ€rischen Besetzung der Stadt GebĂ€ude und Infrastruktur desolat und alles andere als zufrieden stellend, so auch das System der Wasserversorgung. In den Rinnen und AbflĂŒssen hĂ€uften sich Schmutz und Unrat, Brunnrohre waren verfault und undicht. Die Stadtverwaltung besaß zumindest Aufzeichnungen zur Berechnung des Wasserzinses. Unterlagen fĂŒr die Ă€rarischen Leitungen fehlten wie auch generell WasserleitungsplĂ€ne, Aufzeichnungen ĂŒber Brunnen und dergleichen.

1813 erhielten Bauinspektor Franz Staiger und der Geometer Ludwig Grenier vom königlichen Lokalbauamt den Auftrag, die Hofbrunnleitungen planlich zu erfassen. Zwei Jahre spĂ€ter, 1815, beauftragte schließlich die Stadtverwaltung Grenier, einen Gesamtplan aller Wasserversorgungseinrichtungen zu erstellen. 1816 wurde die „Mappe ĂŒber die Brunnen und Canal-Leitungen zu und in der Stadt“ abgeschlossen. Auf insgesamt zehn BlĂ€ttern erfasste der Plan in einem Maßstab von 1:2880 alle QuellfĂ€nge, Wasserleitungen, HausanschlĂŒsse und auch das gesamte System des Almkanals mit seinen StrĂ€ngen und allen Werken und HĂ€mmern, die entlang seines Laufes angesiedelt waren.

Grenier verwendete als Plangrundlage offensichtlich einen bereits 1811 entstandenen Grundplan der Stadt Salzburg. Das Original dieses Planes befindet sich in der Bayerischen Staatsbibliothek.

In diesen Grundplan wurden die einzelnen HĂ€user eingezeichnet und nummeriert. Die stĂ€dtischen Brunnleitungen sind gelb, die „staatlichen“, die das Kammeral-Bau-Amt zu unterhalten hatte, blau eingezeichnet. Die Leitungen der Abtei St. Peter sind braunrot, die unterirdischen KanĂ€le der Stadt braun und jene des Kammeral-Bau-Amtes schwarzgrau. Die Hauszuleitungen mit der abgegebenen Wassermenge sind zudem in der Legende ausgewiesen.

Ludwig Grenier wurde um 1780 als Sohn des Cameral- und Landschaftsarchitekten Louis Grenier in Salzburg geboren. Zum Geometer ausgebildet fand er ab 1819 als Wegmeister in Radstadt BeschĂ€ftigung. Neben dem Wasserleitungsplan zeichnete Grenier einen Plan Salzburgs nach dem großen Stadtbrand von 1818. Von ihm stammen auch die Zeichnungen der römischen Mosaiken von Loig. Grenier leitete auch Nachgrabungen auf den Loiger Feldern und in Glas bei Salzburg.