Migrationsarchiv im Haus der Stadtgeschichte

  • Entstehungszeitraum: 1960er und 1970er Jahren
  • Entstehungsort: Salzburg
  • Objektart: Fotografie
  • Artikel-Autor: Sabine Veits-Falk
  • Standort/Signatur: Stadtarchiv Salzburg, Migrationsarchiv
  • Physisch benutzbar: ja
  • Literatur:

    Sylvia Hahn, Sabine Veits-Falk (Hg.), Migrationsstadt Salzburg. Kommen, Gehen, Bleiben. Dokumentation zu den Ausstellungen „Migrationsstadt Salzburg – Teil 1“ (23. Mai–1. Juli 2013), „Migrationsstadt Salzburg – Teil 2“ (23. Mai–6. Juli 2014). City of migration. Coming, going, staying, Universität Salzburg in Zusammenarbeit  mit dem Stadtarchiv Salzburg (Schriftenreihe des Archivs der Stadt Salzburg. Beiheft 1), Salzburg 2014.

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Das 2014 ins Leben gerufene Migrationsarchiv sammelt Dokumente und Quellen zur Geschichte der Migration in Salzburg. Damit soll die Geschichte der Zu- und Abwanderung dokumentiert werden. Die Materialen werden 2016 online gestellt werden.

Obwohl die Geschichte der Stadt Salzburg über Jahrhunderte durch Zu- und Abwanderung geprägt wurde, hat sich dieser Aspekt bisher noch kaum im kollektiven Gedächtnis niedergeschlagen.

Die Stadt Salzburg beschloss im Rahmen des Projekts „Wissensstadt Salzburg“, ein Migrationsarchiv als gemeinsames Projekt von Universität Salzburg und Stadtarchiv Salzburg zu errichten. Das Migrationsarchiv ist im Haus der Stadtgeschichte angesiedelt und wird in Zusammenarbeit mit der Universität betreut und ausgebaut. Das Projekt wurde erstmals bei der Pressekonferenz anlässlich der Eröffnung der Ausstellung Migrationsstadt Salzburg im Mai 2014 vorgestellt.

Das Migrationsarchiv geht von einem weit gefassten Begriff von Migration aus und inkludiert auch den Aspekt von Mobilität. Drei inhaltliche Schwerpunkte wurden gesetzt: erstens  Arbeitsmigration nach Salzburg seit den 1960er Jahren, zweitens Binnenwanderung innerhalb Salzburg, Österreich und Europa und drittens Auswanderung aus Salzburg.

Für das Migrationsarchiv werden Interviews mit Menschen aus unterschiedlichen Herkunftsländern durchgeführt und archiviert. Gesammelt, beschrieben und archiviert werden Materialien wie Fotos, amtliche und persönliche Dokumente, Briefe sowie Ton- und Filmdokumente.

Die Materialien werden ab Herbst 2016 im Stadtarchiv in einer internetfähigen Datenbank zugänglich gemacht werden. Daneben sollen im Stadtarchiv vorhandene Quellen aus den vergangenen Jahrhunderten, die bislang nicht unter der Kategorie Migration inventarisiert wurden, neu beschlagwortet werden. Ziel des Migrationsarchivs ist nicht nur die Bewahrung von Migrationsgeschichte/n, sondern auch deren Bewusst- und Sichtbarmachung durch Ausstellungen und Publikationen sowie auch die Vernetzung mit ähnlichen Einrichtungen.

Für die Stadt Salzburg ist der Aufbau eines Migrationsarchivs ein wichtiger Schritt, aufzuzeigen, dass die Geschichte der Migration längst Teil der Salzburger Stadtgeschichte geworden ist.

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Die Bilder (a und b) zeigen eine Frau aus der Türkei mit ihren beiden Töchtern und ihrem Sohn bei einem Ausflug im Garten des Schloss Mirabell in Salzburg. Die Kinder, die fünf Jahre lang bei den Großeltern in der Türkei lebten, besuchten ihre Eltern während der Sommerferien in Salzburg. Stadtarchiv Salzburg, Migrationsarchiv, Sammlung P0001

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Bild d: Szene bei einem „Gastarbeiter“-Turnier. Im Bildhintergrund die Fahnen von Österreich und der SFR Jugoslawien. „Gastarbeiter“-Turniere fanden drei- bis viermal im Jahr statt. Es haben daran verschiedene Nationen teilgenommen und dienten auch der Aufbesserung der Vereinskassen. Während der Kriegsjahre 1992 bis 1995 wurde dieses Geld als Hilfe für die Kriegsopfer in der Region gespendet. Stadtarchiv Salzburg, Migrationsarchiv, Sammlung P0018

Stadtarchiv_17e__ Teilnehmerausweis Deutschkurs

Bild e: Ausweis von Muhran Muhran für Internationale Ferienkurse für Deutsche Sprache und Germanistik des Dr.-Walter-Seidel-Instituts, Salzburg. Stadtarchiv Salzburg, Migrationsarchiv, Sammlung P0025