Mit dem Auto erstmals ├╝ber den Tauernhauptkamm

  • Entstehungszeitraum: 1934
  • Entstehungsort: Land Salzburg/K├Ąrnten
  • Objektart: Fotografie
  • Autor/K├╝nstler: unbekannt
  • Artikel-Autor: Gerda Dohle
  • Material/Technik: s/w-Fotografie
  • Gr├Â├če: 9,7 x 6,8 cm
  • Standort/Signatur: Salzburger Landesarchiv, Nachlass Franz Wallack, Fotoalbum 1934/X
  • Physisch benutzbar: ja
  • Literatur:

    Johannes H├Ârl / Dietmar Sch├Ândorfer (Hrsg.), Die Gro├čglockner-Hochalpenstra├če. Erbe und Auftrag (Schriftenreihe des Forschungsinstitutes f├╝r Politisch-Historische Studien der Dr.-Wilfried-Haslauer-Bibliothek, Salzburg; 53) (Schriftenreihe des K├Ąrntner Landesarchivs; 45).Wien (u.a.) 2015.
    Wolfgang Huber (Hrsg.), Franz Rehrl. Landeshauptmann von Salzburg 1922 ÔÇô 1938. Salzburg 1975.

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Am 22. September 1934 gelang dem damaligen Salzburger Landeshauptmann, Dr. Franz Rehrl gemeinsam mit DI Franz Wallack, auf der halbfertigen Trasse der Gro├čglockner Hochalpenstra├če die ÔÇ×1. ├ťberquerung des Tauernmassivs mit einem KraftwagenÔÇť. Nach dieser ersten, spektakul├Ąren Befahrung der gesamten Strecke mit einem eigens daf├╝r umgebauten ÔÇ×Steyr 100ÔÇť waren jedoch noch umfangreiche Bauarbeiten n├Âtig. Im darauf folgenden Sommer, am 3. August 1935, konnte die Gro├čglockner Hochalpenstra├če feierlich er├Âffnet werden.

Etwas mehr als vier Jahre waren seit dem ersten Sprengschuss zum Bau der Gro├čglockner Hochalpenstra├če, am 30. August 1930, vergangen, da entschloss sich der automobil-begeisterte Salzburger Landeshauptmann, Dr. Franz Rehrl, noch vor der Er├Âffnung der Teilstrecke auf das Fuscher T├Ârl und die Edelwei├čspitze eine Befahrung der gesamten Scheitelstrecke zu versuchen.

Am 19. September 1934 fiel der endg├╝ltige Beschluss zu dieser ungew├Âhnlichen Fahrt, bei der DI Franz Wallack, der verantwortliche Bauleiter und ÔÇ×Erbauer der Gro├čglockner Hochalpenstra├čeÔÇť, als Beifahrer den Landeshauptmann begleiten sollte. Ein nur 32 PS starker ÔÇ×Steyr 100ÔÇť war bereits zuvor eigens f├╝r diesen Zweck umgebaut worden. Er erhielt 25 cm Bodenfreiheit sowie einen extrem schmalen, nur 158 cm breiten Aufbau, da die bislang als vorl├Ąufige Bautrasse fertig gestellte Stra├če an ihrer schmalsten Stelle ganze 165 cm breit war. Ein weiteres Problem stellten nicht nur die bislang als Rohbau vorhandenen und teilweise noch mit Holz verschalten Tunnel dar, sondern auch Geleise von Feldbahnen, grober Schotter und Bauger├╝ste drohten das Unternehmen bereits vor seinem Beginn scheitern zu lassen. DI Wallack selbst ging nach einer abschlie├čenden Besprechung mit den zust├Ąndigen Bauabschnittsleitern noch in der Nacht vor der geplanten ├ťberquerung die Strecke zu Fu├č ab, um sicher zu gehen, dass auch die letzten unpassierbaren Stellen bis zum n├Ąchsten Tag beseitigt sein w├╝rden.

Am Morgen des 22. September 1934 traf Landeshauptmann Rehrl in Ferleiten ein und der leitende Ingenieur kletterte auf den Beifahrersitz des eigenartigen Gef├Ąhrts, auf dessen Seitenw├Ąnden neben dem Firmenembleme des Fahrzeugherstellers die Aufschrift ÔÇ×1. ├ťberquerung des Tauernmassivs mit einem KraftwagenÔÇť angebracht worden war. Zudem begleitete ein Chefingenieur der ÔÇ×Steyr-WerkeÔÇť die denkw├╝rdige Tour. Im Gep├Ąck befanden sich auch einige Kisten Zigarren, die der Landeshauptmann bei den zahlreichen Pausen an die Arbeiter der Baustellen entlang der Strecke verteilen wollte. Die Fahrt selbst war recht m├╝hsam und immer wieder musste angehalten werden, um die Freigabe des n├Ąchsten Streckenabschnittes abzuwarten. Als besonders schwierig erwies sich das Teilst├╝ck nach der Fuscherlacke, denn hier war bislang nur ein schmaler Hilfsweg fertig gestellt, und erst kurz zuvor konnte durch das Absprengen eines gro├čen Gesteinsbrockens von der Felswand die zuk├╝nftige Stra├če soweit verbreitert werden, dass der Wagen des Landeshauptmanns durchfahren konnte. Nach einem kurzen Abstecher auf die Franz-Josefs-H├Âhe erreichte das Auto schlie├člich nach rund f├╝nf Stunden Fahrzeit Heiligenblut.

Angespornt durch die gegl├╝ckte Nord-S├╝d-├ťberquerung erfolgte nach einer kurzen Rast die Entscheidung, auch f├╝r die R├╝ckfahrt wieder die gleiche Strecke zu w├Ąhlen, die nunmehr bedeutend rascher bew├Ąltigt werden konnte, zumal diesmal die direkte Route gew├Ąhlt wurde. Auch verzichtete man auf unn├Âtige Aufenthalte, und nach nur einer Stunde und 56 Minuten traf der Landeshauptmann mit seinen Begleitern wohlbehalten am Ausgangspunkt ihrer Fahrt in Ferleiten ein ÔÇô die zweite ├ťberquerung des Tauernhauptkammes mit einem Auto war damit ebenfalls gegl├╝ckt. Dr. Rehrl fuhr anschlie├čend nach Zell am See weiter, wo die offiziellen Festg├Ąste f├╝r die Er├Âffnungsfeier, die am n├Ąchsten Tag stattfand, n├Ąchtigten. F├╝r DI Wallack freilich war der Tag noch nicht zu Ende, denn er hatte noch die letzten Vorbereitungen f├╝r diesen Festakt anl├Ąsslich der Fertigstellung der Nordrampe der Gro├čglockner Hochalpenstra├če bis zur Edelwei├čspitze zu veranlassen.

Nach dieser ersten, spektakul├Ąren Befahrung der gesamten Strecke, am 22. September 1934, waren jedoch noch umfangreiche Bauarbeiten n├Âtig, und erst im darauf folgenden Sommer, am 3. August 1935, konnte die Gro├čglockner Hochalpenstra├če feierlich er├Âffnet werden.