Unipark Nonntal

  • Entstehungszeitraum: 2008/2011
  • Entstehungsort: Stadt Salzburg
  • Objektart: Foto
  • Autor/KĂŒnstler: SEP - Storch Ehlers Partner GbR Architekten BDA (Arch. Hinrich Storch, Arch. Walter Ehlers, Arch. Klaus Bockelmann)
  • Artikel-Autor: Silvia Peterbauer
  • Standort/Signatur: Landesarchiv
  • Physisch benutzbar: ja
  • Literatur:

    SEP ‱ Storch Ehlers Partner GbR Architekten BDA, Arch. Bockelmann
    Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) Fachzeitschrift Zement + Beton, Wien 2012, Bd. 2, S. 2 bis 7
    http://www.salzburg.com/wiki/index.php/Unipark_Nonntal
    www.nextroom.at
    Initiative Architektur [Hrsg.]: Architekturpreis des Landes Salzburg 2012. Salzburg. 2012

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Das UniversitĂ€tsgebĂ€ude „Unipark Nonntal“ des Hannoveraner ArchitekturbĂŒros „Storch Ehlers Partner“, gilt als stĂ€dtebaulich herausragendes Beispiel zeitgenössischer Architektur in der Stadt Salzburg.

Nach einem Wettbewerb im Jahr 2002 zum Thema Stadtteilentwicklungs- und Bebauungskonzept fĂŒr das Areal zwischen Akademiestraße und Josef-Preis-Allee wurde fĂŒr das neu zu errichtende UniversitĂ€tsgebĂ€ude der Kultur- und Gesellschaftswissenschaftlichen FakultĂ€t der UniversitĂ€t Salzburg von mehreren voneinander getrennten GebĂ€uden ausgegangen, um die von der Stadtregierung vorgegebene Durchgangsmöglichkeit fĂŒr die Öffentlichkeit zu gewĂ€hrleisten. Im Jahr 2005 ging das ArchitekturbĂŒro Storch Ehlers Partner aus Hannover als Sieger eines internationalen Architekturwettbewerbs fĂŒr den Neubau des UniversitĂ€tsgebĂ€udes hervor. In ihrem Entwurf waren alle Nutzungsvorgaben in einem einzigen GebĂ€ude vereint: 4 große HörsĂ€le, 50 SeminarrĂ€ume, 400 BĂŒros, eine große Bibliothek, Mensa, Technikbereiche, Archive, Tiefgarage mit 200 StellplĂ€tzen (100 realisiert) u.a. Die Vorgabe der Stadtregierung wurde durch einen öffentlichen Weg diagonal durch das GebĂ€ude umgesetzt. Durch dieses Konzept werden lange Wege zwischen getrennten GebĂ€uden vermieden und der große Baukörper öffnet sich seiner Umgebung (Abb. 1).

Das UniversitĂ€tsgebĂ€ude mit quadratischem Grundriss und sieben Geschoßen wurde auf Salzburger Seeton errichtet, einem fĂŒr Großbauten technisch aufwĂ€ndigen  Untergrund. Es ist auf eine Nutzung durch ca. 500 UniversitĂ€tsmitarbeiter und UniversitĂ€tsmitarbeiterinnen sowie ca. 5.500 Studierende ausgerichtet. Die GrundstĂŒcksflĂ€che betrĂ€gt 30.000 m2, die NutzflĂ€che 17.000 m2. Zwei Geschoße befinden sich in einem Betonsockel großteils unter der Erde. Im oberen dieser Geschoße ist eine große Bibliothek mit Lesetreppe und Lounge-Bereich eingerichtet (5.000 m2, Abb. 2).

Tageslicht kommt durch Fenster in die Bibliothek, die in den Betonsockel eingelassene sind und von den Architekten „FĂŒnkchen“ bezeichnet werden. Im zweiten Untergeschoß sind die Garage sowie Heiz- und ArchivrĂ€ume untergebracht. Das Erdgeschoß wirkt durch die GroßzĂŒgigkeit der freien und verbauten FlĂ€chen als Campus. Dieser Eindruck wird zusĂ€tzlich durch den fließenden Übergang in den Parkbereich Richtung SĂŒden und Osten durch flach auslaufende Treppen verstĂ€rkt. Ein zentrales, transparentes, abgehĂ€ngtes Stiegenhaus ermöglicht kurze Verbindungen zwischen den einzelnen UniversitĂ€tsbereichen. In vier Sichtbetonquadern befinden sich weitere NebenstiegenhĂ€user. Wenige schlanke Rundpfeiler, Spannbetondecken und SchrĂ€gabspannungen bilden das Tragwerk. Sie bewirken den Eindruck von Leichtigkeit, Eleganz und Transparenz. Im Erdgeschoß sind u.a. vier große HörsĂ€le mit mobilen TrennwĂ€nden sowie die Mensa ĂŒber zwei Geschoße untergebracht. Fehlende Toiletten im Erdgeschoß sind ein Mangel. Die beiden folgenden Geschoße mit SeminarrĂ€umen und BĂŒros wirken von außen kompakt, innen transparent. Der Lichteinfall wird durch kupferfarbene, verstellbare Metall-Lamellen an den Außenseiten reguliert. Vier Helligkeitssensoren am Dach richten die Lamellen optimal aus. Sie sind aber auch durch insgesamt 400 Stellantriebe von den BĂŒros aus individuell steuerbar. Im Inneren herrscht Glas vor und ermöglicht zahlreiche Ein- und Ausblicke. GlastĂŒren und -wĂ€nde sind mit Streifen und inspirierenden Wörtern mittels Strahltechnik versehen um etwas RĂŒckzug zu ermöglichen. Trotzdem wird die Konzentration auf den Unterricht bzw. die Arbeit in den SeminarrĂ€umen und BĂŒros durch ein Zuviel an Transparenz behindert. Mancherorts behilft man sich durch Bekleben der GlasflĂ€chen mit Papier. Durch mehrere LichtschĂ€chte und Lichthöfe wird Tageslicht in möglichst alle Bereiche geleitet. Das Dachgeschoß bildet mit den großen FreiflĂ€chen, dem CafĂ©, SeminarrĂ€umen und Lichthöfen in Verbindung mit dem Stadtpanorama eine wunderbare Symbiose (Abb. 3).

Das GebĂ€ude fasziniert durch unkonventionelle Ideen, spielerische Kombinationen aus Begegnungs- und RĂŒckzugsflĂ€chen, schöne helle Materialien, perfekte AusfĂŒhrung und nicht zuletzt eine Belebung und Aufwertung des Stadtteils Nonntal.

Vorbildlich ist auch das Energiekonzept. Die Geothermieanlage ist eine der grĂ¶ĂŸten Österreichs und wird in Zusammenarbeit mit der TU Wien und FH Kapfenberg laufend weiterentwickelt.

Preise:

  • Architekturpreis des Landes Salzburg 2012
  • Bauherrenpreis der Zentralvereinigung der Architektinnen und Architekten Österreichs 2012